
Nach einem letzten ausgiebigen Frühstück mit Meltem und Eyuup (u.a. mit gebratenem Ei und Sucuk (Sucuk= türkische Wurst – > absolute Empfehlung!)) nahm ich Kurs in Richtung Süden. Zunächst lag ein langgezogener, relativ flacher Anstieg vor mir. Langsam setzte leichter Schneefall ein, der mit jedem Höhenmeter kräftiger wurde! Die Abfahrt nach Gölbasi wurde zur nächsten Tortur. Der Wind bließ mir den kalten Schnee mächtig in die Augen und so musste ich mit Sonnenbrille den Berg herabbrausen, damit ich überhaupt den „Durchblick“ bewahren konnte. Und ja.. Ich würde die Brille gerne für andere Wetterbedingungen nutzen….

Doch kaum kam ich in Gölbasi an, flaute der Schneefall mit jedem Meter weiter ab. Glücklicherweise! Ab nun radelte ich größtenteils trocken in Richtung Aksaray.
Die Nacht nahte und so brauchte ich dringend einen Zeltplatz. Ich fand ein verlassenes Haus ohne Dach, welches mir wenigstens etwas Schutz vor dem Wind bot. Die Temperaturen in der Nacht fielen in den mittleren einstelligen Minusbereich. Im Winter sind zudem die Nächte mega lang und so kam es auch mehrmals vor, dass ich von 18 Uhr bis frühs 8:30 Uhr einfach nur im Zelt lag und darauf hoffte, dass es nicht zu kalt wird.

Die Hochebene von Konya
Aksaray liegt am Rande einer Hochebene – der Hochebene von Konya. Bis ich die Hochebene erreichte, musste ich noch einige kleinere Anstiege bewältigen, die mich durch teils schöne Winterlandschaften führten.

Die Hochebene war, wie der Name schon vermuten lässt, eine Ebene und so konnte ich mal wieder direkt eine 140 km Etappe bis nach Aksaray fahren. Bei der Kürze der Tage gar nicht übel und so konnte ich mal wieder „einen Sprung auf der Karte“ wahrnehmen.


Perfekte Roads durch die Hochebene… 
Perfekte Roads durch die Hochebene…

Die Saline der Türkei..
Schon sehr bald erreichte ich einen in der Hochebene gelegenen gewaltigen Salz-See, den Tuz – Gölü. Da der See einer der salzhaltigsten Seen der Erde ist, verwundert es auch nicht, dass ein Großteil des türkischen Speisesalzes aus ihm stammt. Gleichzeitig ist er der zweitgrößte See der Türkei. Da der See keinen Zufluss besitzt, trocknet er in den Sommermonaten zu großen Teilen aus. Im Winter hatte ich nun das „Glück“ einen prall gefüllten sehr, sehr großen Teich vorzufinden.

Zuvor sah ich bei Freunden bereits atemberaubende Bilder, die besonders zur Sonnenuntergangszeit entstanden.

Ein afghanischer Abstecher in Zentralanatolien!
Über Couchsurfing wurde mir eine Adresse für eine preiswerte Unterkunft gegeben. An Ort und Stelle fand ich aber nichts dergleichen mehr vor..
Dafür traf ich auf Sia, der aus Afghanistan floh und nun in der Türkei lebte. Er kam gerade von seinem Job als Bäcker nach einem 12 Stunden Arbeitstag nachhause. Zu meinem Glück konnte er etwas Englisch und schon wenige Zeit später fand ich mich im Wohnzimmer der Familie wieder und aß traditionell afghanisch – in zweierlei Hinsicht!

Zum einen gab es typisch afghanisches Essen, zum anderen saß ich zum Essen auf dem Boden. Schon sehr schnell fiel mir auf, wie ungelenkig ich doch eigentlich bin und so musste ich doch sehr häufig die Sitzposition während der Zunahme von Speis und Trank wechseln. Meine Güte bin ich hüftsteif! Es macht also für mich durchaus Sinn, über eine morgentliche Yoga-Session nachzudenken.. 🙂

Man kann der Familie, den Familien nur ALLES erdenklich Gute wünschen! Danke nochmals – Thank you again!
Im nächsten Beitrag fange ich mir eine Mandelentzündung ein und erreiche einen Ort meiner Träume!
